Exponate

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Die MEISSEN – ein Raddampfer von 1881

Der Raddampfer MEISSEN ist ein eindrucksvolles Großobjekt, das auch zukünftig in unserer Ausstellung „Passagierschifffahrt und Migration“ im Museum besichtigt werden kann.

Das begehbare Mittelschiff der MEISSEN ist fester architektonischer Bestandteil des Museumsgebäudes, das von dem Architekten Hans Scharoun (1893-1972) entworfen wurde. Der Raddampfer ist deswegen Namensgeber für die ihn umgebende Ausstellungsfläche, die MEISSEN-Halle. Der Salon im Inneren des Schiffes und das Sonnendeck, flankiert von den beiden großen Radkästen der Schaufelräder, machen die Personenschifffahrt um 1900 auf den Flüssen Elbe und Weser wieder erlebbar. In ihrer aktiven Zeit konnte die MEISSEN etwa 500 Passagiere aufnehmen, die einen Tag lang eine Vergnügungsreise auf dem Wasser unternehmen wollten. Der Maschinenraum mit den Kohlevorräten ist ebenfalls zu besichtigen. Er vermittelt einen Eindruck von den widrigen Arbeitsbedingungen der Maschinisten und Heizer, die für den reibungslosen Betrieb der Dampfmaschine zuständig waren.

Die Geschichte der MEISSEN und ihr Weg zu uns in das Deutsche Schifffahrtsmuseum

Der eiserne Raddampfer konnte auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, bevor er seine letzte Heimat bei uns fand. Die MEISSEN war 1881 in Blasewitz bei Dresden von der Sächsisch-Böhmischen Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Personentransport auf der Oberelbe gebaut worden. Im Jahr 1907 wurde das Schiff nach Hameln verkauft. Der neue Besitzer ließ einige Umbauten an dem Raddampfer vornehmen und taufte ihn um auf den Namen KRONPRINZ WILHELM. Bis zu seiner Außerdienststellung 1967 beförderte der Raddampfer Tagestouristen auf der Oberweser. Über das Kuratorium zur Förderung des Deutschen Schiffahrtsmuseums gelangte der Raddampfer nach Bremerhaven. Da er mit über 50 m Länge zu groß für das Museumsgebäude war, wurden Vor- und Achterschiff abgetrennt. Das Mittelteil, das in den ursprünglichen Zustand von 1881 zurückversetzt worden war, wurde noch während der Bauarbeiten Mitte der 1970er-Jahre in das Museumsgebäude integriert, wo es auch künftig zu besichtigen sein wird.

Die MEISSEN in der zukünftigen Ausstellung „Passagierschifffahrt und Migration“

Nach der Umgestaltung des Scharoun-Baus wird das 18 m lange Mittelschiff der MEISSEN Teil des neuen Ausstellungsbereiches zum Thema „Passagierschifffahrt und Migration“ sein. An der MEISSEN wird exemplarisch thematisiert, wie die Reisebedingungen von Auswanderern aussahen, die aus dem Binnenland weite Strecken zu den Auswandererhäfen Bremerhaven oder Hamburg zurücklegen mussten. Oftmals war die Strecke über die Flüsse kürzer als über den Landweg. Dampfschifffahrtsgesellschaften nutzten die steigende Zahl an Auswanderern und setzten für deren Transport Raddampfer ähnlich der MEISSEN ein. Auch wenn die MEISSEN selbst nie Auswanderer beförderte, steht sie in ihrer Funktion als Raddampfer für die ausgedehnte Logistik des Auswanderergeschäftes im 19. Jahrhundert.

Weiterführende Literatur

Brück, Heike
Die Verbesserung der Hinterlandverbindungen zu den Auswandererhäfen im frühen und mittleren 19. Jahrhundert. Wechselwirkungen zwischen Auswandererströmen und Verkehrseinrichtungen
in: Deutsches Schifffahrtsarchiv 7 (1984), S. 213-222

 

Dumpleton, Bernard
The Story of the Paddle Steamer
Melksham 1973

 

Ostersehlte, Christian
Raddampfer MEISSEN
in: Heimat Nordseeküste. Von Land und Leuten an Weser und Elbe 63 (2011), S. 73-75

 

Raddampfer KRONPRINZ WILHELM (vormals MEISSEN)

Der neue Besitzer ließ einige Umbauten an dem Raddampfer vornehmen und taufte ihn um auf den Namen KRONPRINZ WILHELM. Bis zu seiner...

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