Exponate

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Das Schiffsmodell KAISER WILHELM DER GROSSE

Entdecken Sie in unserer MEISSEN-Halle an dem Modell des Schnelldampfers KAISER WILHEM DER GROSSE, wie sich um 1900 die Passagierschifffahrt und mit ihr auch die Migration entwickelte. 

In den 1890er-Jahren gab der Norddeutsche Lloyd (NDL) bei der Werft AG Vulcan in Stettin ein Passagierschiff für den Transatlantikdienst in Auftrag, das den neuesten technischen Entwicklungen im Schiffbau Rechnung tragen und einen möglichst großen Komfort für Passagiere bieten sollte. Als Symbol für die technische Überlegenheit Deutschlands auf den Weltmeeren und als Repräsentant nationaler Größe sollte es vor allem die britischen Passagierschiffe an Schnelligkeit und Eleganz übertreffen. Der Doppelschrauben-Schnelldampfer KAISER WILHELM DER GROSSE lief schließlich 1897 vom Stapel und trat im gleichen Jahr seine Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York an. Als erster Dampfer mit vier Schornsteinen und seiner pompösen Innenausstattung war das Schiff insbesondere bei Luxusreisenden beliebt. Im Jahr 1898 gewann KAISER WILHELM DER GROSSE als erstes deutsches Schiff das „Blaue Band“ für die schnellste Atlantiküberquerung, eine begehrte maritime Auszeichnung im 19. und frühen 20. Jahrhundert, um die die großen Reedereien der Welt mit ihren Schiffen wetteiferten. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde der Schnelldampfer zum Schiff ausschließlich für Auswandernde und 1914 zum Hilfskreuzer der Kaiserlichen Marine umgebaut. Die KAISER WILHELM DER GROSSE wurde 1914 nach schweren Beschädigungen von seiner Besatzung selbst versenkt.

Das Modell steht in unserer neuen Ausstellung zu Luxusreisen und Auswanderung

Das Modell der KAISER WILHELM DER GROSSE steht in unserer neuen Ausstellung zu zwei wichtigen Themenfelder, die für die Passagierschifffahrt um 1900 charakteristisch waren: Auswanderung und Luxusreisen. Obwohl das Schiff in der öffentlichen Wahrnehmung mit Luxus und Komfort gleichgesetzt wurde, stellten Auswandernde die meisten Passagiere, die zudem die größten finanziellen Gewinne für die Reederei einbrachten. 340 Plätzen in der I. Klasse und knapp 350 Plätzen in der II. Klasse standen 1074 Passagiere im Zwischendeck gegenüber. Wir möchten Ihnen am Beispiel des Dampfers KAISER WILHELM DER GROSSE zeigen, welche Bedeutung Schiffe um 1900 hatten. Der öffentlichen Darstellung, Wahrnehmung und Vermarktung der Passagierschiffe als technische, politische und kulturelle Repräsentanten einer Nation steht die Bedeutung der Auswandernde für die Entwicklung der Passagierschifffahrt gegenüber. 

Weiterführende Literatur

Dagmar Bellmann: Von Höllengefährten zu schwimmenden Palästen. Die Passagierschifffahrt auf dem Atlantik 1840–1939, Frankfurt am Main/New York 2015.


Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt, Bd. 2: Expansion auf allen Meeren 1890 bis 1900 (Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Bd. 19), Hamburg 1987.


Bernhard Rieger: Floating Palaces. Ocean Liners as Icons of Modern Splendour, in: History Today 55 (2005), Heft 2, S. 37–43.


Eric Schlemmel: The tragic Fate of the World’s first Superliner: Kaiser Wilhelm der Grosse, in: Sea Classics 35 (2002), Heft 6, S. 56–66.
 

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